Nordeuropa : Hunger

Hunger

EUR 8,50


Der bekannteste autobiographische Roman Hamsuns Damals, als noch niemand wußte, daß er ein Genie war und das Idol von Henry Miller, das Vorbild von Hemingway und der Lieblingsautor von Hermann Hesse werden sollte, damals, als noch niemand wußte, daß ihn Thomas Mann, Kafka, Brecht, Gorki oder Musil lesen würden und André Gide ihn sogar größer als Dostojewski findet, da wäre er fast in den Strassen von Kristiania (heute: Oslo, Norwegen) vor Krankheit und Armut gestorben. Diese Zeit der äußersten Not greift Hamsun in seinem berühmten Roman auf und liefert mit seinem energiegeladenen, freizügigen Stil und seltsamen Galgenhumor eine erschütternde Geschichte, die dem Leser ans Herz geht, auch wenn man später von Robert Ferguson erfährt, daß Hamsun in Wirklichkeit nicht ganz so maßlos leiden mußte wie sein Held in Hunger. --Daphne Großmann

Beeindruckender Verfall von Körper und Geist - Als der norwegische Schriftsteller Knut Hamsun im Jahre 1888 erste Teile seines Romans in diversen Gazetten abdrucken ließ, konnte er wohl noch nicht ahnen, was für ein einflußreiches Werk er da gerade verfasst hat, dass 1980 Aufnahme in den ZEIT-Kanon der 100 größten Meisterwerke der Weltliteratur fand. Hunger (im Original: Sult) ist die Geschichte eines erfolglosen Journalisten, dessen Name der Leser nie erfahren wird, da er einfach keine Rolle spielt. Durch das Verfassen kleinerer Artikel versucht er sich, über Wasser zu halten, doch kann nicht verhindern, dass er immer weiter in eine Spirale von Armut, Hunger und Krankheit hineingerät. Er wird obdachlos, kämpft mit dem Winter Kristianas (Oslos) und erleidet Halluzinationen infolge der Mangelernährung.. Hunger ist ein drastisches Buch in seinen schonungslosen Darstellungen und ein tragisches dazu. Ein ums andere mal bringt sich der Antiheld in eine noch misslichere Situation, weil er sich noch nicht von einem Ehrenkodex freimachen kann, der ihm das Betteln und jede unredliche Handlung verbietet. Der verzweifelte Versuch auf seine Umwelt als ehrenhaftes Mitglied der Gesellschaft zu wirken, der Wille sein miserables Dasein trotz seines ärmlichen Äußeren zu cachieren, verschlimmert seine Lage noch. Am Körper gezeichnet nimmt der Leser teil an einem sich immer verschlimmernden Wahnsinn, den den Helden umtreibt, der schließlich in schiere Verzweiflung umschlägt, so dass er auf Holzspänen kaut und sich nach dem Nagen an einem alten Knochen pausenlos erbricht.Fazit-----Der schonungslose Niedergang von Geist und Körper hat Hamsun hier auf eine so eindringliche Art und Weise (Ich-Perspektive!) zu Papier gebracht, dass es dem Leser an einigen Stellen ein Graus ist. Doch gerade deshalb ist Hunger eines der wichtigsten Bücher des um die Jahrhundertwende einsetzenden Realismus.

UMWERFEND - Es wird wohl kaum einen Menschen auf diesem Erdball geben, den dieses Buch nicht berühren wird.

auch als film grandios - wer es schafft, sich in die expressiven gefühle und die nöte des titelhelden hinein zuversetzen, wird tief beeindruckt und bewegt sein - vielleicht den selben hunger spüren.Henning Carlsens film sult mit Per Oscarsson ist unglaublich nah am gefühlten Buch. man kann es nicht mehr lesen ohne Per Oscarsson vor sich zu sehen.

Faszination pur! - Hamsuns Hunger ist eine fantastische Erzählung. Das literarische Ich durchkämmt bitterarm auf der Suche nach einer Arbeitsstelle und mit Artikeln, die es Zeitungen verkaufen will, durch das alte Kristiania. Von Hunger und anderen Entbehrungen gezeichnet wird er, der seinen richtigen Namen nie verrät, jähzornig und wütend auf Gott und die Welt, er fantasiert und behält, an manchen Stellen jedoch falschen, Stolz bei. Während seines Stolperns durch die Gassen, liefert er auch teilweise eine subtile Milieustudie der Welt der Armen, er bleibt jedoch, seinem Zustand gemäß, sehr stark auf sich selbst bezogen, was dem Leser auch durch das Schriftbild auffällt. Mir hat das Buch auf noch ein paar Werke Hamsuns Appetit gemacht. Das Problem ist, das man als regelmäßig genährter Wohlstandsbürger des heutigen Westeuropa manche Schilderungen, die mit dem Hunger verbunden sind, nicht mehr wirklich nachvollziehen kann.

Großartig! - Der Verfall eines Menschen aus der Innenansicht als Gedankenmonolog. Was Literatur vermag, hier kann man es erfühlen. Die Spirale aus Armut und Hunger, aus der es bald kein Entkommen mehr zu geben scheint, da Wahn- und Wunschvorstellungen alle Auswege blockieren und das in einem eher leichtfüßigen, manchmal ironisch wirkenden Text verpackt.Großartig, ohne Zweifel.Leider bin ich mir ziemlich sicher, dass so ein Text heute keinen Verleger finden würde (Da sehe ich nicht die Zielgruppe ...)




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